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Handel, Gewerbe und Industrie in Nieder-Hillersdorf [Dolnǐ Holčovice]

Unternehmen in Nieder-Hillersdorf

Im Jahre 1875 und auch noch im Jahre 1922 gab es ca. 90 selbstständige Handel- und Gewerbetreibende. Die in frühren Zeiten betriebene Leinenwebereien und Garnbleichen, Flachs- und Garnhandel haben bis auf wenige Ausnahmen aufgehört zu existieren. Die Lohnweberei wurde 1922 noch in Ober-Hillersdorf betrieben.

Kallers "Gasthof zur Krone" in Nieder-Hillersdorf

| Historische Ansicht Kallers Gasthof | Tanzdiehle Kaller | Musikkapelle |

Ehemals vor 1945 das "Gasthaus zur Krone" der Familie Kaller in Nieder-Hillersdorf [Dolnǐ Holčovice]. Im Jahre 1984 gab es hier noch schwarzen Tee mit Rum. Heute existiert auch dieses Haus nicht mehr.

Musikalisches aus Nieder Hillersdorf, das Kirmeslied um 1914. Die Melodie ist nicht überliefert. Vielleicht kann mir jemand einen Hinweis geben.

Moritz Kaller, Gemischtwarenhandlung

Gemischtwarenhandlung Moritz Kaller in Nieder Hillersdorf um 1912
Ansichtskarte © Verlag Moitz Kaller

Später wurde das Geschäft von dem Lebensmittelhändler Alfred Kaller geführt, bei dem dann auch mein Onkel Egon Schmidt die Ausbildung zum Lebensmittelhändler absolvierte.

Brauerei Graf Arco

Die Brauerei Graf Arco in Nieder-Hillersdorf produzierte bis zu 500 hl Bier und besaß auch eine Brennerei. 1904 brannte der Betrieb ab und wurde nicht mehr aufgebaut.

Folgende Pächter sind bekannt:

Wasser gab es in Hillersdorf ausreichend und sicher auch nicht von schlechter Qualität.

Aus der Österreichischen Zeitschrift für Geschichts- und Staatskunde, 1836:

«Darstellung der Flüße, Teiche, Sümpfe und Mineralwasser in Österreichisch Schlesien.
... Die Herrmanstädter Oppa hat ihre Quellen oberhalb dem Dorfe Herrmanstadt, durchfließt dieses lange Dorf, dann die Orte Kuttelberg, Hillersdorf, Heinzendorf und Olbersdorf, ist oft reißend, und durch viele ihr zufließende Bergwässer mächtig, wird in obigen Orten der Bach genannt, und hält unter Olbersdorf anfangend bis zu ihrem Einfluß in die Oppa, hinter Jägerndorf die Landesgränze. ...
... Ferner fließen in die Oppa, das Kobelwasser (*), welches seinen Ursprung hinter dem Bergkamme von Ober-Hillersdorf nimmt, und bei Neu-Bürgersdorf in obigen Fluß fällt, dann bei Bransdorf der Ramselfluß. ...
(*) Dieses Wasser wird in Urkunden, unter dem Namen Kobila im dreizehnten Jahrhundert als Gränzscheide des Zuckmäntler Gebietes gedacht [1].»

Wasserheilanstalt in Nieder-Hillersdorf

Wasserheil-Anstalt in Nieder-Hillersdorf

Wasserheil-Anstalt in Nieder Hillersdorf um 1900
© Verlag A. Ehr Hillersdorf;

Im Jahre 1892 wurde in Hillersdorf von J. Stefanitsch eine Wasserheilanstalt ins Leben gerufen. Der an derselben angestellte Kurdiener Ernst Hoffmann war ein Original und genoß als "Wasserdoktor" und Apostel der Wasserheilkunde einen gewissen Ruf. Er starb 1909 und wurde die Wasserheilanstalt dann ausgelassen. Die Kaltwasserkur ist aber weiter unter der hießigen Bevölkerung sehr verbreitet [2].

Die Natur Heilanstalt (auch Stefanitsch's Wasser-Heilanstalt) in Hillersdorf ist durch eine Ansichtskarte aus dem Jahre 1898 bekannt (vgl. Hillersdorf | Historische Ansichten). Hierzu hat sicher auch der Erfolg der bis heute bekannten Schrothkur des "Semmeldoktor" Johann Schroth in Lindewiese beigetragen.

Die unter ärztlicher Leitung stehende Wasserheilanstalt ist für Kaltwasserbehandlung, Dampf-, Dusch- und Wannenbäder eingerichtet; die Anstalt eignet sich auch für Sonnenbäder. Den Heilungsuchenden bietet die Anstalt selbst Unterkunft und Verpflegung. Markierte Wege führen durch das Eibenthal nach Würbenthal und über Neudörfel nach Olbersdorf. Nahe gelegene Aussichtspunkte sind der Steinpur (1/2 Stunde) und der Mährenhübel (1 Stunde). Zum Walde (1-20 Minuten). In Guido Pflügers Gasthof "Zum Löwen" (5 Zimmer) und in Hermann Kallers Gasthaus "Zur Krone" (2 Zimmer) wird sehr gute Küche geführt [3].

Zeichenrequisitenerzeugung

Vor 1900 wurde die Produktion von Zeichenrequisiten von August Larisch in Nieder-Hillersdorf eingeführt, dessen Unternehmen 1903 vom Hochwasser vollständig zerstört wurde. In drei Tischlereien mit Dampfbetrieb wurden verschiedene Zeichenrequisiten wie Lineale aller Art, Reisbretter und andere Zeichengeräte hergestellt die im In- und Ausland gesucht waren.

Holzwaren-Industrie

Vor 1923 fertigten 10 Holzwarenerzeuger in Nieder-Hillersdorf Rechen, Schaufeln, Schubkarren und insbesondere Küchengeräte aller Art.

Der Familienbetrieb von Emil Gerstberger, der 1922 in Kuttelberg gegründet und 1926 mit Erweiterung nach Hillersdorf in ein großes Haus mit Lagerschuppen verlegt wurde, existiert bis zur heutigen Generation. Verkauft wurden damals Baugeräte, Schubkarren, Gras, Heukarren und Ski. Bis 1939 wurde das Absatzgebiet von Wien bis nach Passau ausgedehnt. Mehrere Vertreter waren im Dienst der Firma.

(Verkaufsprospekt aus dem Jahre 1939).

Bau- und Maschinenschlosserei

Die Schlosserei lieferte und reparierte landwirtschaftliche Maschinen und Acker-Geräte. Die Maschinenslosserei von G. Machetanz in Nieder-Hillersdorf, die von Emil Zawatzky mit einer Filiale in Friedek übernommen wurde, war spezialisiert auf Getreide Schrot- und Quetsch- Maschinen, kleine Putz-Dreschmaschinen, Staubsauger, Putzmühlen, Band- und Kreissägen, Hausbacköfen, Milch-Separatoren, Butter-Maschinen, Futterdämpfer, etc. etc.. Reparaturwerkstätte für allgemeinen Maschinenbau, Nähmaschinen, Fahrräder, Milch-Separatoren, Holzbearbeitungsmaschinen. Legung von Wasserelitungen mit Pumpen. Bedarfsgegenstände für elektrische Lichtanlagen, Mäher, etc. etc.

Gerberei

Um die 200 Jahre bis 1910 existierte eine Gerberei am Ort. In den letzten Jahren führte Guido Pflüger die Gerberei und Gasthof in Nieder-Hillersdorf. Von 1902 bis 1919 war Herr Pflüger auch Bürgermeister in der Gemeinde.

Literaturhinweis:

  1. [1] Österreichischen Zeitschrift für Geschichts- und Staatskunde, Nr.69; Sonnabend, den 27.August 1836, Darstellung der Flüße, Teiche, Sümpfe und Mineralwasser in Österreichisch Schlesien (Seite 276)
  2. Heimatbuch für die Bezirke Jägerndorf und Olbersdorf; von Heinrich Schulig; vgl. Seite 492.
  3. Kurorte und Sommerfrischen in Mähren und Schlesien. Mit einer Besprechung der benachbarten deutschen Städte; Herausgegeben vom deutschen Landesverband für Fremdenverkehr in Mähren und Schlesien Im Selbstverlag des Verbandes: Geschäftsleitung Wien V: 1912; vgl. Seite 83.
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